8 Gründe, zum Ressourceneffizienzkongress zu gehen

von susanne volz / ökologische gestaltung für unternehmen

Wo treffen sich Techniker, Kaufleute und Gestalter? Beim Ressourceneffizienzkongress! Zumindest sollte es so sein. Denn all diese Berufsgruppen (im weitesten Sinne natürlich) verfolgen dasselbe Ziel: effektiver Ressourcengebrauch und zukunftsfähige Produkt-, Prozess- und Geschäftsmodellgestaltung. Warum lohnt es sich konkret, zum Ressourceneffizienzkongress zu gehen? Im Artikel liefere ich dir dafür acht ziemlich gute Gründe.

Ressourceneffizienzkongress
Ressourceneffizienzkongress 2016 in Baden-Württemberg. Kluge Ideen für Qualitätsprodukte und Ressourcenschonung.

Gehst du freiwillig, oder zwingt dein Chef dich...?

Zugegeben, der Titel der Veranstaltung ist ein kleines bisschen unsexy."Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress Baden-Württemberg“. Trotzdem: ich gehe ausgesprochen freiwillig da hin! Du hast den Termin noch nicht (wie ich) seit Monaten im Kalender stehen? Macht nichts. Wenn du jetzt noch kein Fan bist, dann wirst du eben ab diesem Jahr einer! Wann? Am 05. und 06. Oktober 2016 in Karlsruhe. Infos dazu findest du hier.

Warum du ganz dringend da hingehen solltest? Deswegen:

#1 Du lernst, wie du die Wertschöpfungskette intensivieren und dadurch kostenneutral Mehrwert schaffen kann

Brauchen wir Wachstum? Vermutlich schon. An alle Wachstumsgegner: die Natur stagniert schließlich auch nicht. Aber Wachstum muss neu definiert werden. Statt weiterhin einen linearen Wachstumsmarkt – im Sinne des „mehr ist immer besser“ – anzustreben, wird eine Intensivierung der Wertschöpfungskette stattfinden. Für Unternehmen heißt das unter anderem: Bessere – wesentlich bessere! – Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen. Keine Abfälle mehr produzieren, Sekundärrohstoffe nutzen, langlebigere Produkte schaffen, Abhängigkeiten reduzieren, Gewinnmarge erhöhen. Es ist doch einfach nicht ökonomisch, immense Summen für Inputfaktoren auszugeben, nur um einen Großteil viel zu früh als Abfall zu entsorgen. Eh klar. Aber wie kann das konkret gehen?

Vorschläge und Lösungen werden dir auf dem Kongress im Plenum oder in Workshops unter verschiedenen Schlagwörtern angeboten, wie Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft oder Innovationen.

Dafür, dass diese Begriffe ungefähr so sexy klingen wie Omas Liebestöter aussieht, kann halt keiner was. Lass dich davon nicht abschrecken: Echte Unternehmen stellen echte Lösungen vor – und auch die Beiträge der Behörden, Universitäten und Institute sind praxisnäher als man zunächst meinen könnte.

Bessere Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen bedeutet auch: verbinde Dienstleistung und Wissen mit physischen Produkten. Unternehmen werden sich hier noch gewaltig bewegen müssen. Aber wer sich rechtzeitig mit dem Thema beschäftigt, wird auch rechtzeitig umsatzfreudige Produkte entwickeln. Und Inspiration dafür gibt es, na wo wohl? Auf dem Kongress natürlich.

#2 Du lernst, welche Form und Farbe die etwas höher hängenden Früchte haben

Dass wir mit unseren Ressourcen etwas achtsamer umgehen sollten, ist ja kein ganz neuer Gedanke. Dass Verschwendung Geld kostet und nicht ökonomisch ist, ebenfalls nicht. Und deswegen haben wir die Ressourcen- und Energieintensität in den letzten Jahren weltweit auch schon erheblich reduziert. Das ist gut. Aber noch ganz lange nicht gut genug. Doch die so genannten low hanging fruits sind schon weitestgehend ausgequetscht. Was jetzt?

Auf dem Kongress gibt es nicht die Weisheit in Tüten. Aber ausgesprochene kluge Ideen, motivierte Mitstreiter und Zugang zu den nötigen Mitteln.

Deutsche Unternehmen sind durchaus nicht die einzigen, die in zukünftigen globalen Märkten bestehen oder sie gar anführen wollen. Deswegen kommt es jetzt darauf an, unter immer schwierigeren Bedingungen herausragend zu sein. Unsere Unternehmen müssen sich auf die Problematik einlassen. Wir müssen uns auf die Problematik einlassen. Und zwar mit Haut und Haaren! Eine ressourcenknappe Zukunft ist kein mögliches Szenario – sondern Fakt!

Klar gibt’s auf dem Kongress nicht die Weisheit in Tüten. Aber doch genügend sehr kluge Ideen, wie die nächsten Schritte und wie die nächsten größeren Ziele aussehen könnten.

#3 Du erfährst, mit welchen Produkten und Geschäftsmodellen du mit deiner bisherigen Kernkompetenz mehr Umsatz generieren kannst

Ecodesign hat nichts, ich wiederhole in Fettschrift, nichts mit gewaltfreiem Töpfern zu tun! Ökologische Gestaltung (also Ecodesign) bedeutet, in der Phase der Entstehung eines Produktes den gesamten Lebenszyklus zu berücksichtigen und schon dort die Umweltlasten zu antizipieren und zu reduzieren. Am besten gleich auf Null.

Auf dem Kongress werden ganz konkrete Lösungen für ökologische Materialien und Produkte vorgestellt, unter anderem Ökodesign-Beispiele aus der Baubranche. Letzteres ist übrigens einer der größeren Ressourcenverbraucher und Abfallproduzenten überhaupt. Neben Produkten gehören natürlich auch Geschäftsmodelle zum Ecodesign. Da Geschäftsmodelle mein absolutes Lieblingsthema sind, freue ich mich darauf ganz besonders. Ein Geschäftsmodell, Remanufacturing, ist ja gerade ganz groß im Kommen.

Von „geht nicht“, „zu teuer“ und „will keiner“ zum Milliardengeschäft in nur wenigen Jahren.

Tja, so kanns gehen! Gleiches gilt auch für andere Themen der Kreislaufwirtschaft. Da werden beim Kongress so einige Sahneschnitten dabei sein. Und mein absoluter Favorit am zweiten Tag ist das Forum neue Geschäftsmodelle. Ich bin schon sehr gespannt!

Für „grüne Produkte“ oder „grüne Geschäftsmodelle“ musst du übrigens nicht deine gesamte Kernkompetenz umbauen. Im Gegenteil sollte beides zukünftig integraler Bestandteil davon werden! Wie? Warum? Womit? Die Antworten – oder zumindest Inspiration dazu – findest du beim Kongress.

Produkte und Geschäftsmodelle gehören übrigens zu den größten Stellschrauben, an denen Unternehmen und ökologische Gestalter zusammenarbeiten können und sollten. Ich komme mir zwar langsam vor wie eine Mani-Mühle, aber ich kann diese Tatsache einfach nicht oft genug erwähnen.

#4 Du lernst, warum es für deinen Gewinn besser ist, proaktiv zu sein

Proaktiv zu sein ist immer besser. Logisch. So bist du unabhängiger von politischen Entscheidungen und senkst außerdem Kosten und natürlich Risiken. Immer erst auf solche Anforderungen und Regulierungen zu reagieren, kostet Zeit und Geld und geht zu Lasten der Rendite.

Wenn du aber von dir aus Produktverantwortung über den gesamten Lebenszyklus übernimmst, dann birgt das eine Menge Umsatzoptionen für eine höhere Rendite. Dieses Umsatzpotenzial musst du zwar heben, was auch nicht ganz trivial ist.

Aber auf dem Kongress bekommst du zu diesem Zweck einen sehr guten Eindruck über künftige Entwicklungen. Zur Kreislaufwirtschaft zum Beispiel bekommst du diese Informationen von Sr. Daniel Calleja y Crespo aus erster Hand. Aber auch Rohstoffrisiken werden von Wissenschaftlern und Unternehmen ausführlich diskutiert. Und natürlich erfährst du auch von den zugehörigen proaktiven Lösungen, mit denen du Maßnahmen für dich nutzen, und potenzielle Risiken umgehen kannst.

#5 Du lernst, welche Kriterien „grüne Innovationen“ erfüllen müssen, um am Markt erfolgreich zu sein

Ja, Nachhaltigkeit ist ein Megatrend. Das ist aber noch lange kein Garant für den Erfolg „grüner Innovationen“. Grüne Innovationen unterliegen den gleichen Erfolgs- und Misserfolgskriterien, wie alle anderen Markteinführungen auch. Industrie 4.0. Kreislaufwirtschaft. Ökologisches Produkt. Führt alles nicht automatisch zu ökonomischer Glückseligkeit.

Was aber klappt und was nicht klappt, wo die Zielgruppen sind, wo das Marktpotenzial steckt und wofür gerade die richtige Zeit ist: das erfährst du beim Kongress. Nicht in einem bestimmten Workshop. Aber verteilt über die zwei Tage kannst du die Aufnahme von hilfreichem Wissen kaum vermeiden. Für einen Blogartikel zum Thema „Grüne Innovationen“ konnte ich übrigens Annika Reischl gewinnen, die sich intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt hat.

Wenn du diesen und andere Artikel zum Thema frisch aus der Feder möchtest, dann kannst du dich in der rechten Spalte für meinen Newsletter anmelden.

#6 Du erfährst, wo es Geldtöpfe für deine grünen Ideen gibt (Fördermittel) und wie du an die dran kommst

Geld ist nicht alles. Fördermittel sind gut und schön, aber es gehört noch so viel mehr dazu, sich auf grüne Innovationen einzulassen. Wenn du dich aber entschlossen hast, zu den Vorreitern gehören zu wollen (und das Image zu melken, das du dadurch gewinnst), dann sind so ein paar Fördermittel durchaus lecker. Beim Kongress gibt es dafür natürlich konkrete Vorträge. Spannend dürften aber vor allem auch die Gespräche in den Pausen werden. Über Erfahrungswerte und Vor- und Nachteile. Wenn du auf der Suche nach Fördermitteln oder Unterstützung bist, wirst du in diesen beiden Tagen bestimmt um einige Ideen reicher.

#7 Du lernst Menschen kennen, die die gleichen Ziele haben und sich deswegen als Geschäfts- und Kooperationspartner eignen

Sehr viele Wirtschaftsakteure haben noch nicht kapiert, dass das lineare Wirtschaftssystem keine Option ist. Die halten Gespräche über Postwachstumsgesellschaft, ökologische Produkte oder erneuerbare Energien echt für Tussi-Talk. Es ist eine völlige Verschwendung von Zeit und Nerven, sich mit solchen Leuten auf Gespräche über zukünftiges Wirtschaften einzulassen. Deswegen mein Tipp: schone dich und lass es lieber.

Auf dem Kongress befinden sich dagegen ausschließlich Personen, die die Probleme erkannt haben und auf der Suche nach Lösungen sind oder schon welche haben. Es ist daher ein bisschen egal, mit wem du in diesen beiden Tagen sprichst, es werden hauptsächlich positive und lösungsorientierte Gespräche sein. Wenn du also auf der Suche nach inspirierenden Gesprächen und vielversprechenden Anregungen bist, komm auf jeden Fall zum Kongress. Wenn du sogar auf der Suche nach Geschäfts- oder Kooperationspartnern für zukunftsfähige Produkte oder Prozesse bist, darfst du keinesfalls fehlen!

#8 Andere Menschen, die die gleichen Ziele haben und für die du dich deswegen als Geschäfts- und Kooperationspartner eignest, lernen dich kennen

Siehe #7, nur umgekehrt. Ein nicht zu unterschätzender Faktor. Natürlich. Konnte ich dich begeistern? Prima. Dann sehen wir uns dort!

Mehr dazu – und natürlich die Anmeldung – findest du hier: http://www.ressourceneffizienzkongress.de Als ökologischer Gestalter findest du hier übrigens Ansätze, wo Unternehmen Bedarf für deine Dienstleistung haben. Geh also hin und lasse deine kreativen Akquiseideen sprießen wie Gänseblümchen auf der frischgemähten Frühlingswiese!

Komm ins Gespräch und finde zusammen mit Unternehmen geniale neue Lösungen. Und lass mich wissen, wie es war.

Viel Spaß und viel Inspiration wünsche ich dir beim Ressourceneffizienzkongress in Karlsruhe!

Susanne

Über die Autorin

Sarah Pollinger

Susanne Volz ist die Gründerin und Inhaberin von ecocircleconcept. Sie ist Umwelt­wissen­schaftlerin und Wirtschaftsjuristin und auf der Mission, ökologische Produkte zu einer Selbstverständlichkeit zu machen.

Als Schnittstelle zwischen Gestaltern, Unternehmen und der Umwelt arbeitet sie unermüd­lich daran, unternehmerischen Erfolg, verantwortungsvolles Wirtschaften und nachhaltigen Konsum zusammenzuführen.

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