Warum Unternehmen sich mit Circular Product Design so schwer tun

von susanne volz / ecodesign für unternehmen

Die Circular Economy ist eine zwingende Notwendigkeit - und ein Milliardenmarkt. Trotzdem tun sich Unternehmen schwer, Circular Product Design erfolgreich zu implementieren. Mit zwei Maßnahmen könnten Unternehmen sich die Entwicklung leichter machen.

Warum Unternehmen sich mit der Circular Economy so schwer tun

Erfolgreiche Innovation für die Circular Economy findet in drei wichtigen Bereichen statt: 1) Prozessinnovation, 2) Produktinnovation und 3) Geschäftsmodellinnovation.

Prozessinnovation ist üblicherweise die einfachste, da die Entwicklung und Ein¬führung neuer Prozesse für die meisten Unternehmen dazugehört und sie viel Übung darin haben. Produktinnovation ist bereits anspruchsvoller, da es mehr Bereiche des Unternehmens und der Wertschöpfungskette betrifft. Die Innovation neuer Geschäftsmodelle ist wohl der herausforderndste Teil, denn neue Geschäftsmodelle beinhalten erhebliche Veränderungen in der Logik, wie Unternehmen Wert schöpfen.

Der Grund, warum Circular Product Design noch keine Fahrt aufnimmt, ist in der Phase der Produkt- und Geschäftsmodellinnovation zu finden. Unternehmen erwarten funktionierende Circular Design Konzepte, ohne dass Sie aber Ihre Mitarbeiter entsprechend weiterbilden. Ohne Wissen über die Circular Economy, deren Rahmenbedingungen und Chancen kann jedoch keine starke und erfolgreiche Circular Vision entstehen.

Die Konsequenz: Der Fokus bleibt an der bekannten Prozessinnovation hängen, zum Beispiel bei der Energieeffizienz oder – natürlich hochrelevant – der Materialeffizienz und Abfallvermeidung in den Produktionsstraßen.

Was ist zu tun, damit Produktinnovationen erfolgreicher werden? Mitarbeiter müssen die Chance haben, sich in den Grundlagen des Ecodesign und des Circular Design weiterzubilden. Gleichzeitig müssen Sie ein Grundverständnis der möglichen innovativen Geschäftsmodelle entwickeln, mit denen Circular Product Design am Markt erst erfolgreich werden kann. Mit diesen Kompetenzen sind sie in der Lage, konkrete Ideen zu entwickeln, diese gut zu begründet und außerdem zur Entwicklung einer Circular Vision beizutragen.

Was ist zu tun, damit Geschäftsmodellinnovationen erfolgreicher werden? Die Entwicklung erfolgreicher Geschäftsmodelle für die Circular Economy ist der anspruchsvollste der drei genannten Bereiche, denn die gesamte Wertschöpfung muss verändert werden – einschließlich des Kaufverhaltens der Kunden. Unternehmen werden  zukünftig viele Ressourcen darauf verwenden, nicht nur ihren eigenen Revenue Stream umzugestalten, sondern auch Konsumenten zu „erziehen“.

Für die erfolgreiche Geschäftsmodellentwicklung ist daher eine hervorragende Kenntnis der Anforderungen der Circular Economy an die eigene Branche notwendig. Nur so können wahrscheinliche Entwicklung antizipiert und in das Geschäftsmodell integriert werden.

Es wäre unlauter zu behaupten, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln, sei einfach. Selbst die engagiertesten Unternehmen tun sich aktuell damit noch schwer. Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Erfolgschancen erheblich zu erhöhen. Produkt- und Geschäftsmodellinnovation agieren in den meisten Unternehmen noch immer getrennt voneinander: Für erfolgreiches Circular Product Design gehören beide Bereiche jedoch zwingen zusammen.

Ein Beispiel ist die Entwicklung langlebiger Produkte; eines der erstrebenswerten Ziele der Circular Economy: Für das Circular Design ausgebildete Produktentwickler können Produkte problemlos äußerst langlebig gestalten. Dadurch verschiebt sich – im Vergleich zu einem „sell more, sell faster“-Konzept – der Wert (Value) des Produktes entlang der Wertschöpfungskette.

Mithilfe innovativer Geschäftsmodelle kann natürlich auch mit langlebigen Produkten Wertschöpfung (Revenue Streams) generiert werden. Allerdings: Produktentwickler können Produktlanglebigkeit systematisch über sechs verschiedene Designansätze gestalten – während Revenue Streams über fünf verschiedene Archetypen von Geschäftsmodellen generiert werden können.

Für erfolgreiches Circular Product Design bietet es sich daher an, die übergeordneten Entscheidungsprozesse für ein neues Produkt gemeinschaftlich und vor dem Hintergrund eines gemeinsamen Grundverständnisses über beide Bereiche zu treffen. Damit Value und Revenue Stream im Ergebnis auch zueinander passen.

Über die Autorin

Sarah Pollinger

Susanne Volz ist die Gründerin und Inhaberin von ecocircleconcept. Sie ist Umwelt­wissen­schaftlerin und Wirtschaftsjuristin und auf der Mission, ökologische Produkte zu einer Selbstverständlichkeit zu machen.

Als Schnittstelle zwischen Gestaltern, Unternehmen und der Umwelt arbeitet sie unermüd­lich daran, unternehmerischen Erfolg, verantwortungsvolles Wirtschaften und nachhaltigen Konsum zusammenzuführen.

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