Business Models in der Circular Economy

In einer Circular Economy werden wir physische Produkte anders gestalten müssen, als wir das aktuell tun. Gleichzeitig müssen wir die Wertschöpfung überdenken und die Geschäftsmodelle, mit denen wir diesen Wert abschöpfen. Denn die ‚Value Generation Architecture‘ ist in einer werterhaltenden Circular Economy zwangsläufig eine andere, als in einer ‚sell more, sell faster‘ Linear Economy..

Wertschöpfung und PSS in der Circular Economy

Die Wertschöpfung in der Circular Economy unterscheidet sich insofern, als sie nicht mehr auf dem Verkauf von Produkten sondern auf dem Fluss von Materialien und Produkten über den Zeitverlauf basiert. Das gilt für den Bereich der Anlagegüter ebenso wie für schnelllebige Produkten wie Verpackungen und auch Verbrauchsgüter wie Lebensmitteln.

Das hat einerseits zur Konsequenz, dass die Abhängigkeit von Materialien und Ressourcen sowie der Kostenanteil im Unternehmen für Rohstoffe bzw. Materialien sinkt. Andererseits wird in vielen Fällen der Serviceanteil je Produkt (oder Branche) steigen. Teilweise nimmt der Serviceanteil einen so großen Stellenwert ein, dass wir von ‚Product Service Systems‘ (PSS) sprechen.

3 Grundstrategien des Ressourcenflusses als Basis für Business Models

In der Circular Economy können wir zwischen verschiedenen grundsätzlichen Strategien des Ressourcenflusses unterscheiden, auf denen Geschäftsmodelle für die Circular Economy basieren können.

1) Eine Verlangsamung des Ressourcenflusses, zum Beispiel durch Produktlanglebigkeit (siehe Beispiel: Pay per Wash)
2) Die Schließung von Kreisläufen, zum Beispiel durch Recycling/Kompostierung oder Verbindung mit anderen Systeme (siehe Beispiel: Closing the Loops)
3) Die Begrenzung der benötigten Ressourcenmenge, zum Beispiel durch Steigerung von Effizienzen oder Intensivierung von Dienstleistungen (siehe Beispiel: Lubricant as a Service)

Natürlich schließt eine Strategie die andere nicht aus. Im Gegenteil, Kombinationen ergänzen sie sich zu effektiven Ressourcenstrategien.

'System Innovation' als Grundlage für die Wertschöpfung

Bewährte lineare Geschäftsmodelle basieren häufig auf ‚Silo-Strategien’, bei dem nur der eigene Einflussbereich berücksichtigt wird. Die Wertschöpfung in der Circular Economy dagegen berücksichtigt die Abhängigkeiten eines weiter gefassten Systems.

Gleichzeitig steht die Schaffung von Wert für den Kunden oder Konsumenten im Vordergrund. Für die Geschäftsmodellentwicklung bedeutet diese gesteigerte Komplexität, dass wir bewährte Denkweisen hinter uns lassen und auf erfolgversprechendere Methoden zurückgreifen müssen. Die ‚System Innovation‘ bietet uns beispielsweise Frameworks, mit deren Hilfe wir erfolgreich Entscheidungen innerhalb komplexer Systeme treffen können. Das ‚Cynefin Framework‘ zum Beispiel zeigt unter anderem, weshalb Methoden wie der ‚Lean Startup Cycle‘ ausgezeichnet geeignet sind, um erfolgreich Geschäftsmodelle für die Circular Economy zu entwickeln (siehe Video).

Ihre Chancen der 'Circular Business Model Innovation' (CBMI)

Die dringende Notwendigkeit zur Circular Economy, der veränderte Anspruch der Konsumenten und die voranschreitende Digitalisierung sind nicht nur äußere Zwänge – sie ermöglichen auch die Entwicklung hochspannender neuer Geschäftsmodelle. Eine solche Gelegenheit, einen gesättigten Markt zu verlassen und sich als Unternehmen neu zu positionieren wie diese Konstellation gibt es selten.

Mit einem umfangreichen Portfolio an Methoden, Fallbeispielen und Projektleitung unterstützt ecocircleconcept Sie bei Ihrer ‚Circular Business Modell Innovation‘ (CBMI). Uns ist dabei wichtig, dass die Ansätze praktikabel, erfolgversprechend und möglichst risikoarm sind, und damit für Unternehmen jeder Größe umsetzbar.

Buchempfehlungen

Inspirierende Bücher, deren Empfehlungen Ihnen nicht an jeder Ecke zugerufen werden (ja, die Circular Economy und meine Arbeit damit hat viel mit Inspiration zu tun) ...